Wofür wir uns stark machen

Warum es nicht nur um steigende Löhne und Gehälter geht

Wenn ein Unternehmen erfolgreich ist, der Gewinn steigt und die Belegschaft gute Arbeit geleistet hat, dann muss sich das auch in den Löhnen und Gehältern widerspiegeln. Dafür machen wir uns stark. Aber es gibt noch mehr, wofür wir uns als IG Metall einsetzen.

 

Gute Tarifabschlüsse mit angemessenen Entgelterhöhungen sind wichtig, damit auch noch etwas zum Leben übrig bleibt und nicht der gesamte Verdienst von den wachsenden Lebenshaltungskosten verschlungen wird.

Von steigenden Tarifeinkommen profitieren alle, ob mit einem Tarifvertrag oder außertariflich Beschäftigte, Rentnerinnen und Rentner oder Arbeitssuchende. Mit unseren Tarifabschlüssen setzen wir Maßstäbe. Es geht aber nicht immer nur um steigende Einkommen. Auch für viele andere Themenbereiche der Arbeitswelt haben wir tarifvertragliche Standards gesetzt: zum Beispiel bei der Arbeitszeit, dem Urlaubsanspruch (in vielen Tarifverträgen 30 Tage – im Gesetz nur 24), bei zusätzlicher Altersversorgung bis hin zur Übernahme von Ausgebildeten.

Seit mehr als 150 Jahren setzen wir uns als Gewerkschaft mit der Kraft unserer Mitglieder für Gerechtigkeit und gute Arbeits- und Lebensbedingungen ein. Gewerkschaft bedeutet, füreinander einzustehen und miteinander für gemeinsame Interessen zu streiten. Mit unseren Tarifverträgen schaffen wir mehr Lebensqualität, Teilhabe und Gerechtigkeit für alle Beschäftigten.

 
Grafik, die Unterschied zwischen Tarif und ohne Tarif zeigt

Tarifpolitik: Ziele und Funktionen

Die Tarifpolitik ist eine der wichtigsten Aufgaben der Gewerkschaften. Zweck von Tarifpolitik ist es,die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu sichern und zu verbessern. Das Tarifsystem, das sich in Deutschland fünf Jahrzehnte lang entwickelt hat, ist die wichtigste Grundlage für Arbeitszeit und Einkommen. „Tarifautonomie“ bedeutet das Recht von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden, ihre Angelegenheiten ohne Einmischung des Staates selbst – autonom – zu regeln. Der Tarifvertrag als Instrument der Tarifpolitik erfüllt ökonomische, politische und soziale Funktionen – für die Beschäftigten, die Unternehmen, die Volkswirtschaft und die Gesellschaft.

 

Tarifverträge haben mehrere Funktionen. Die Schutzfunktion dient dazu, dass Mindeststandards für Einkommen und Arbeitsbedingungen gelten. Sie ist verbunden mit der Gestaltungsfunktion, die es den Tarifparteien und Betriebsparteien ermöglicht, die Arbeitsbedingungen zu beeinflussen. Die Produktivitätsfunktion dient dazu, die Unternehmen zu dauerhaften Prozessund Produktinnovationen zu ermuntern und von kurzsichtigen Kostensenkungen abzuhalten. Die Stabilisierungsfunktion soll verhindern, dass in ökonomischen Krisen und Schwächephasen die Löhne übermäßig sinken und die Arbeitszeiten übermäßig steigen. Diese Funktion verhindert also, dass ein wirtschaftlicher Abschwung durch den Ausfall von Nachfrage noch verstärkt wird. Die Ordnungsfunktion dient dazu, dass Entgelte, Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen aus der direkten Konkurrenz herausgenommen werden und insofern für alle Unternehmen gleiche Wettbewerbsbedingungen herrschen. Diese Funktion gibt Planungssicherheit – den Beschäftigten wie den Unternehmern. Die Befriedungsfunktion schließlich dient dazu, die Auseinandersetzung um höhere Löhne oder kürzere Arbeitszeiten zu begrenzen.

Seit dem Umbruch in der Arbeitswelt – besonders seit den 1990er-Jahren – haben sich die Bedingungen für die Gewerkschafts- und Tarifpolitik grundlegend verändert. Angesichts der wachsenden Gefährdung (Prekarisierung) des sogenannten Normalarbeitsvehältnisses und des wachsenden Arbeits- und Leistungsdrucks in den Betrieben erhalten neben reinen Geldforderungen Tarifthemen wie die Humanisierung der Arbeit einen höheren Stellenwert.

 

Nachgefragt bei Betriebsrätinnen und Betriebsräten

Interview mit Jürgen Hennemann

Jürgen Hennemann

„Ich gehe sogar so weit, dass wir auch Anteile am Unternehmen anstreben sollten, mit entsprechendem Sitz im Aufsichtsrat.“

 

Aus Erfahrung - Interview mit Oliver Bartz

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 "Dank der IG Metall konnten wir einen Standortsicherungsvertrag aushandeln"