Portrait Maxi Döring

Maxi Döring, Industriekauffrau in Ausbildung

Als Familienmensch mag Maxi es, wenn alle zusammenkommen.

Futtern wie bei Muttern

Eltern, Geschwister und deren Kinder. Und sie versucht, so viel wie irgendwie möglich mit ihren Freunden zu unternehmen: Ausgehen, feiern, Ausflüge – Hauptsache sie ist unter Leuten, die ihr wichtig sind.

Bratkartoffeln

Maxi ist Industriekauffrau. Gleich nach einem Seminar für die neuen Azubis trat sie in die Gewerkschaft ein. „Das Seminar war total interessant und man hat sich sofort sehr aufgenommen gefühlt“.

Rechenmaschine

„Bei uns im Betrieb waren wir die erste Generation Azubis, die nur befristet oder gar nicht übernommen worden sind.

Das verbaut ganz schön die Zukunftsplanung und schafft Verunsicherung“, kritisiert Maxi. Ihr neuer Arbeitsvertrag ist für ein Jahr befristet und läuft diesen Sommer aus. Aber qualifiziert wie sie ist, ist sie guter Dinge, schnell etwas Neues zu finden. „Aber auch aus Sicht der Unternehmen ist es doch totaler Quatsch, fertig Ausgebildete nicht unbefristet zu übernehmen.“

Terminkalender

„Jeder sollte seine Zukunft selbst bestimmen können“

findet Maxi. „Ich will mir nicht ständig Sorgen machen müssen, ob ich morgen noch in Lohn und Brot bin“. Eine Voraussetzung dafür ist eine sichere Stelle. Deshalb engagiert sie sich in der Gewerkschaft. Das ist ebenso wichtig wie das soziale Netzwerk aus Familie und Freunden, auf die man sich verlassen kann und die sich gegenseitig helfen.

In Maxis Betrieb wird IG Metall-Tarif gezahlt. Mit ihrem Lohn kann sie auf eigenen Beinen stehen.

Darauf ist sie stolz. Führerschein, erster eigener Wagen und jetzt auch eine eigene Wohnung, das alles hat sie sich in wenigen Jahren selbst erarbeitet. „Ich kann ich mir was leisten und nebenbei auch noch für die Zukunft sparen“, sagt sie.

Autoschlüssel

Wenn es Frühling wird, freut sich Maxi, wieder aufs Fahrrad umzusteigen.

Trotz eigenem Auto, der Umwelt und sich selbst zuliebe.

 
Portrait Armin Kaltenbach

Armin Kaltenbach, Mechatroniker

"Für ein gutes Leben brauche ich einen sicheren Job, der mir Spaß macht"

sagt Armin. „Darauf baut nun mal alles auf“. Acht oder neun Stunden am Tag nur für den Lohn zu arbeiten, „raubt einem viel Energie“. Und die braucht er auch nach Feierabend, unter anderem als Posaunist der Ska-Band „Los Chanchos Pelados“.

Posaune

„Wir müssen dafür sorgen, dass die gute Arbeit gewürdigt wird“

Durch Leiharbeit und Werkverträgen werde den „Schaffern“ Anerkennung und ein angemessener Lohn vorenthalten. Die Ausbreitung unsicherer und schlecht bezahlter Arbeit ist „eine ganz gefährliche Entwicklung“, findet Armin der sich mittlerweile selbst in der Gewerkschaft engagiert: als Jugend- und Auszubildendenvertreter.

Geldscheine

„In der Berufsstarterrunde von IG Metall und Betriebsrat hab ich mich gleich angesprochen gefühlt“,

sagt Armin. „Die Leute, die für unsere guten Arbeitsbedingungen auf die Straße gegangen sind, haben das nicht nur für sich getan. „Wir setzten uns für eine ganze Generation ein.“
Darstellung: Logo „Wir haben’s verdient!“

Tafel

Besonders wichtig findet Armin die Bildungsarbeit der IG Metall.

„Als junger Azubi lernt man in den Jugendseminaren, wie das Wirtschaftssystem funktioniert und welche grundlegenden Interessensgegensätze zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten in den Betrieben bestehen. Aber auch wie sie ausgeglichen werden können“. Dieses Wissen ist seiner Ansicht nach Voraussetzung, um sich eine eigene Meinung bilden und sich für die eigenen Anliegen einsetzen zu können.

Wichtig ist auch die Weiterbildung im Betrieb „Damit beugen wir auch dem Fachkräftemangel vor. Denn bei uns im Betrieb werden immer weniger Facharbeiter und immer mehr Hochqualifizierte gebraucht.“
„Ohne IG Metall Tarif hätte ich einen niedrigeren Lebensstandard und wäre weniger unabhängig“ Ein guter Lohn ist auch gut für den Ausgleich in der Freizeit . „Vom ersten Lohn habe ich mir ein Snowboard geleistet“, das stand schon fest, bevor die Ausbildung überhaupt angefangen hatte. An Wochenenden fährt er mit Freunden in die nahegelegenen Berge. Nichts ist besser für einen freien Kopf, als ein Tag auf der Piste.

Snowboard
 
Portrait Ufuk Yildirim

Ufuk Yildirim, Fertigungsmechaniker

„Ich komme aus einer politischen Familie, da war das fast normal der IG Metall beizutreten“

In die IG Metall einzutreten war für Ufuk nie eine Frage: „Als Arbeitnehmer müssen wir zusammenhalten“. Und das geht seiner Meinung nach am besten unter dem Dach der IG Metall.

Cocktail

Seit einigen Jahren ist er Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung

in einem großen Konzern. „Ich bin viel zwischen den Standorten unterwegs, auch außerhalb der Arbeitszeit. Da bleibt gerade nicht viel Zeit für Hobbies“. Jede freie Minute verbringt er mit Freunden und Familie.

Sushi

Ufuk liebt es, zu reisen.

An Wochenenden besucht er oft Freunde und Verwandte in anderen Städten. „Da gehe gern mit in Clubs, die ich noch nicht kenne“, sagt er. „So wird es nie langweilig“. Bald will er auch mal wieder weiter weg. Der Plan: Fernost-Asien.

Werkzeugkasten

Eine Schwäche für Autos hatte Ufuk schon immer.

Früher wollte er KFZ-Mechaniker oder Mechatroniker werden. Am Ende hat er sich für Feinmechaniker entschieden. Zur Zeit ist er für seine Arbeit als Jugend- und Auszubildendenvertreter freigestellt.

„München ist teuer. Ohne ein ordentliches Einkommen ist das Leben hier hart“,

meint Ufuk. Eigene Wohnung, eigenes Auto und der ein oder andere kleine Luxus wäre ohne Tarifvertrag nicht drin. „Ich kenne viele, die nicht nach Tarif bezahlt werden. Die leisten sich nicht viel und können trotzdem nichts zurücklegen“, erzählt er. Obwohl er irgendwann einmal Familie haben möchte, bei so viel Unsicherheit käme eine Familiengründung für ihn nicht in Frage.

Schlüssel

„Bei uns sind über 90 Prozent der Azubis in der IG Metall“.

Ufuk ist sich sicher, dass das ein Grund ist, warum Betriebsrat und JAV für Azubis besonders gute Bedingungen aushandeln konnten. „Der Arbeitgeber weiß, dass die jungen Beschäftigten bei uns gut organisiert sind“. Wenn Aktionen gestartet werden, sind sie immer vorne mit dabei.

 
Portrait Jorsefin Grigoleit

Josefin Grigoleit, Technische Zeichnerin

Damals wie heute ist es ihr wichtig, für die gemeinsamen Interessen einzustehen.

Und als Arbeitnehmerin geht das am besten in einer Gewerkschaft, meint Josefin. „Nur mit vielen Mitgliedern kann man auch viel erreichen. Es gibt leider viele, denen das nicht bewusst ist“ sagt Josefin, die als Technische Zeichnerin arbeitet.

„Alle können mitsprechen und jeder kann sich einbringen“

Das schätzt Josefin an der IG Metall. Besonders wichtig ist es ihr, „sich für die Schwächeren stark zu machen“.

Flüstertüte

„Viele denken, sie könnten eh nichts bewegen“,

sagt Josefin. Sie beunruhigt, dass immer mehr junge Leute kein Interesse an Politik haben und versucht dagegen zu halten wo sie kann. Auf der Arbeit oder privat versucht sie Leute zu überzeugen: „Wenn viele für ihre Überzeugung aufstehen, können wir zusammen eine gerechtere Welt mit weniger Korruption und Armut schaffen.“

Reisepass

„Für mich ist Gesundheit und Zufriedenheit das wichtigste im Leben“,

sagt Josefin. „Leider sorgt die Politik dafür, dass man für beides immer mehr Geld benötigt, es aber immer schwieriger wird, gut bezahlte Arbeit zu finden.“ Sie wünscht sich eine Gesellschaft, in der jeder die Möglichkeit hat, seine Zukunft selbst zu gestalten. Dafür müsste die Politik wieder mehr auf die Bürger hören als auf Lobbyisten.

Tafel

Ihren Urlaub nutzt Josefin für weite Reisen.

Am liebsten taucht sie richtig ein in das Land und mischt sich unter die Leute. Zuletzt ging es nach Kenia. In Mombasa, wo sie in einem Slum Kinder unterrichtet hat. „Das hat mir sehr viel gegeben und den Kindern auch, glaube ich“.

Maske

Ohne IG Metall-Tarif hätte sich Josefin einiges nicht leisten können,

ist sie überzeugt. „Ich konnte mit 19 Jahren aus dem Elternhaus ausziehen, meinen Führerschein und mein Auto habe ich mir selbst finanziert können und auch meine Reisen wären nicht so ohne weiteres möglich“.

 
Portrait Tamara Klement

Tamara Klement, Industriekauffrau

Früher wollte Tamara Kindergärtnerin oder Rechtsanwältin werden.

Die Ausbildung zur Industriekauffrau bereut sie nicht. Zurzeit studiert sie nebenbei BWL, um sich beruflich weiterentwickeln zu können. „Ich brauche das Gefühl, dass es vorwärts geht. Das gibt mir Sicherheit“, sagt sie.

Laptop

Schwimmen, Radfahren, Fitness-Studio, Hauptsache Bewegung.

Das ist Tamaras Ausgleichsprogramm zu ihrem Bürojob im Einkauf eines großen Automobilzulieferers. Durch ihr Abendstudium hat sie derzeit allerdings nur wenig Freizeit. „Und oft zieht es mich nach Feierabend auch einfach nur noch auf das Sofa.“

Schwimmbrille

„Was Gewerkschaften erkämpfen und schützen, halten viele Leute für selbstverständlich“,

berichtet Tamara aus ihrer Erfahrung als Betriebsrätin. In Sachen Urlaubsanspruch, flexiblen Arbeitszeiten und Lohnerhöhungen können wir nur so viel erreichen, wie wir Mitglieder haben, ist sie überzeugt.

Flipflops

Der Einsatz gegen Rechtsextremismus liegt Tamara besonders am Herzen.

Als ein bekannter Neonazi aus der Haft entlassen wurde, nahm sie mit Kollegen an einer von der IG Metall Landshut organisierten Lichterkette durch die Stadt teil. „Hin und wieder kommen auch im Betrieb Azubis mit total verqueren Meinungen an“, erzählt sie. Die Jugendbildungsarbeit hält sie daher für eine der wichtigsten Aufgaben der IG Metall.

Teelicht

„Meine Arbeit ermöglicht mir ein selbstbestimmtes Leben“,

ist Tamara stolz. Erstes eigenes Auto mit 18, nach der Ausbildung in eine eigene Wohnung ziehen, ohne IG Metall-Tarif wäre das nicht so ohne weiteres gegangen. Hin und wieder fährt Tamara zum Ausgehen nach München. Und bei der Gelegenheit wird meist auch noch ein Einkaufsbummel angehängt. „Das kann man in einer so teuren Stadt besser genießen, wenn man nicht jeden Euro dreimal umdrehen muss“, sagt sie.

 
Portrait Jeannette Hentschel

Jeannette Hentschel

„Gewerkschaft muss man erleben“, meint Jeannette und spricht aus eigener Erfahrung.

Bei ihrem Eintritt in die IG Metall war sie noch nicht 100-prozentig überzeugt. Erst später hat sie verstanden, wie wichtig es für Beschäftigte ist, sich zu organisieren. Besonders wichtig findet sie, dass junge Mitglieder lernen: „Wenn man sich zusammenschließt, geht es auch ohne Konkurrenz.“

Brille

In Europa ist Jeannette viel rumgekommen.

Nach ihrem Studium war sie zum Beispiel für ein halbes Jahr in Irland. Mit der grünen Insel fühlt sie sich bis heute besonders verbunden. „Mein Traum wäre ein langer Trip durch Südamerika. Aber nicht pauschal. Lieber als Backpackerin“.

Wanderschuhe

„Die IG Metall bringt sehr unterschiedliche Menschen zusammen.

Jede Meinung wird diskutiert. Nur rechtes Gedankengut hat keinen Platz“, sagt Jeannette. Ihr gefällt, dass in der Gewerkschaft Demokratie wirklich gelebt wird.

Buntstifte

Jeannette hat keine Lust auf Routine. Sie liebt es, Neues auszuprobieren.

Seit kurzem nimmt sie Schlagzeugunterricht. Zusammen mit Kollegen hat sie „Birgs Appartement“ gegründet. Eine Band, „die versucht Punk Rock zu spielen“.

Drumsticks

„Mein Werdegang war nicht geradlinig“

sagt Jeannette. Aber angekommen ist sie auf jeden Fall. Nach ihrer Ausbildung studierte sie mit einem Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung Wirtschaftsingenieurwesen. Nebenbei gab sie ehrenamtlich Seminare für die IG Metall. Heute verdient sie damit ihre Brötchen.

 
 
 
Projekt faire Mobilität