Aktiv in vielen gesellschaftlichen Bereichen

 
Frau macht sich Notizen
 

Als Richterin, Experte oder Prüfer – unsere Mitglieder engagieren sich

Tausende Metallerinnen und Metaller arbeiten für die Interessen der Beschäftigten - als Ausbildungsprüfer, in Arbeitsloseninitiativen, als Experten in Ausschüssen oder als Richter an Arbeits- und Sozialgerichten. So setzt sich Iris Ziesche (51) seit zehn Jahren als ehrenamtliche Richterin am Landesarbeitsgericht Berlin für die Arbeitnehmer ein und ist Betriebsratsvorsitzende beim Schienenfahrzeugbauer Stadler in Pankow.

Oft läuft es auf einen Vergleich hinaus. Unabhängig davon ob es um Abmahnungen, Entgeltforderungen oder eine Kündigung geht. Und bei einem Vergleich geht es letztendlich darum, möglichst viel für den Beschäftigten rauszuholen. Er ist so etwas wie ein Kompromiss, den das Gericht zu finden sucht.

In den Kammern der Arbeits- und Landesarbeitsgerichte sitzen immer zwei ehrenamtliche Richter und zwar jeweils aus Kreisen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. Sie sorgen mit ihren Erfahrungen und Kenntnissen aus der Praxis dafür, dass das Gericht nicht die Bodenhaftung verliert. Denn neben dem Fachwissen, soll auch der betriebliche Alltag in den Gerichtsverfahren berücksichtigt werden. Und das fällt den meisten Berufsrichtern in aller Regel schwer.

 
"Vor allem meine berufliche Erfahrung und die Arbeit im Betriebsrat helfen bei der Ehrenamtlichen Richtertätigkeit", erzählt Iris Ziesche.
 

Alle Richter haben die gleichen Rechte und Pflichten. So dürfen die ehrenamtlichen Richter in den Sitzungen den Parteien, Zeugen und Sachverständigen Fragen stellen, damit sie sich ein umfassendes Bild von dem Fall machen können. Wie unterschiedlich der gleiche Sachverhalt von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite ausgelegt werde, obwohl beide über die gleichen Informationen verfügen, das ist für sie jedes Mal wieder spannend, erklärt die Betriebsrätin.

Zu dem Ehrenamt kam Ziesche auf Vorschlag der IG Metall Berlin. Mit dem Wechsel ans Landesarbeitsgericht hat sie nun mehr Möglichkeiten sich auf die Verhandlungen vorzubereiten. Denn anders als beim Arbeitsgericht erhält sie jetzt vor dem Termin neben dem erstinstanzlichen Urteil auch die Berufung sowie Erwiderung der Parteien. Sie wirkt außerdem beim Verfassen des Urteils mit und muss es auch unterschreiben.

 

Doch es sind nicht nur die vielen Betriebsräte, Vertrauensleute und Jugend- und Auszubildendenvertreter, die sich engagieren. Dazu kommen noch mehrere tausend Gewerkschafter, die sich für gute Arbeit und ein gutes Leben einsetzen, in dem sie Gesetzestexte durchforsten, Akten wälzen, Gesundheitsgefahren aufspüren und in Ausschüssen mitarbeiten. Sie setzen sich ein in den Bereichen:

 

Arbeits- und Gesundheitsschutz

Etwa 134 000 Sicherheitsbeauftragte, rund 30 000 Fachkräfte für Arbeitssicherheit und über 300 000 Ersthelfer arbeiten in den Betrieben, die zum Bereich der IG Metall gehören. Aber die Metaller sind nicht nur in den Firmen aktiv. Auch wenn neue Regelungen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz verhandelt werden, wirken Gewerkschafter mit. In den staatlichen Ausschüssen für Arbeitsschutz und Gremien der Berufsgenossenschaften sitzen rund 250 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Sie verbessern Regeln etwa zur Raumtemperatur oder zum Umgang mit Gefahrstoffen. Und schaffen neue, wo es noch keine Regeln gibt. Aktuell geht es beispielsweise um eine Anti-Stress-Verordnung.

 

Ausbildung

Eine Berufsbildung ist die Basis für den Erfolg im späteren Arbeitsleben. Was Auszubildende genau lernen, unter welchen Bedingungen und wie die Qualität der Berufsausbildung in der Praxis ist, das wird vor allem von den Praktikern aus dem Betrieb beeinflusst. Rund 300 ehrenamtliche Ausbilderinnen und Ausbilder arbeiten bei den örtlichen Kammern mit. Zudem gibt es für jedes Berufsfeld Sachverständige, die darauf Einfluss nehmen, was Inhalte einer Ausbildungsordnung oder einer Fort- und Weiterbildung sind. In dieser Funktion sind zwischen 30 und 50 ehrenamtliche Metallerinnen und Metaller aktiv.

Am Ende jeder Ausbildung machen Azubis ihre Prüfung. Dort zeigen sie vor Fachleuten ihr Können. Auch zum Prüfungsgremium gehören viele Metaller. Sie nehmen im Schnitt an sechs Prüfungsterminen pro Jahr teil, beschließen die Prüfungsaufgaben und legen das Prüfungsergebnis fest. In den Branchen der IG Metall gibt es auf der Arbeitnehmerseite rund 50 000 Prüferinnen und Prüfer. Aber die Gewerkschafter sind nicht nur bei den Prüfungsterminen mit dabei.

Einer dieser Prüfer ist Reinhard Böckl. Er ist da, wenn die Auszubildenden vor den wichtigsten Stationen ihrer Ausbildungen stehen. Seit über 30 Jahren mach er sich für die Ausbildungsberufe stark. Dass es neben den Prüfungsterminen noch viele andere Dinge
zu tun gibt, kann hier in dem Artikel "Die Arbeit des Experten im Berufsbildungsausschuss" nachgelesen werden.

 

Sozialversicherung

In der Kranken-, Renten- und Unfallversicherung hat nicht etwa der Staat das Sagen, sondern die Versicherten und die Arbeitgeber. Die Selbstverwalter entscheiden über den Haushalt, den Vorstand und andere wichtige Fragen. Diese Gremien sind je zur Hälfte von Versicherten und Arbeitgebern besetzt. Alle sechs Jahre wird gewählt. Aus dem Bereich der IG Metall engagieren sich mehr als 1600 Frauen und Männer in den Selbstverwaltungsgemien für bürgernahe und bedarfsgerechte soziale Leistungen.

 

Arbeits- und Sozialgerichte

Auch in der Kranken-, Renten- und Unfallversicherung hat nicht etwa der Staat das Sagen, sondern die Versicherten und die Arbeitgeber. Die Selbstverwalter entscheiden über den Haushalt, den Vorstand und andere wichtige Fragen. Diese Gremien sind je zur Hälfte von Versicherten und Arbeitgebern besetzt. Alle sechs Jahre werden die Vertreter gewählt. Aus dem Bereich der IG Metall engagieren sich mehr als 1600 Frauen und Männer in den Selbstverwaltungsgemien für bürgernahe und bedarfsgerechte soziale Leistungen.

 

Respekt

Bei der Initiative Respekt geht es vor allem darum, Benachteiligung zu verhindern, egal ob sie aufgrund ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung erfolgt. Seit über zwei Jahren ist die IG Metall dabei und mit ihr sind tausende Gewerkschaftsmitglieder engagiert bei der Sache. Sie dulden keinen Rassismus am Arbeitsplatz - weder in Werkshallen noch in Büros.

 

Erwerbslosenarbeit in der IG Metall: Selbsthilfe und politische Arbeit

Metallerinnen und Metaller engagieren sich für erwerbslose Kollegen und Kolleginnen, in dem sie ihnen Hilfestellungen für Wege aus der Arbeitslosigkeit geben. 

Hier geht es zum vollständigen Artikel.